Rabbiner


Rabbiner
jüdischer Priester; Rabbi; jüdischer Geistlicher

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Rab|bi|ner [ra'bi:nɐ], der; -s, -, Rab|bi|ne|rin [ra'bi:nərɪn], die; -, -nen:
jüdischer Geistlicher, jüdische Geistliche; Lehrer, Lehrerin der jüdischen Religion und des jüdischen Gesetzes:
ein orthodoxer, liberaler, fanatischer Rabbiner; die Rabbinerin um Rat fragen.

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Rab|bi|ner 〈m. 3
1. Geistlicher der jüdischen Gemeinde
2. jüdischer Religions- u. Gesetzeslehrer
[<mlat. rabbinus <hebr. rabbuni;Rabbi]

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Rab|bi|ner , der; -s, - [mlat. rabbinus, zu kirchenlat. rabbi, Rabbi]:
jüdischer Schriftgelehrter, Religionslehrer.

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Rabbiner
 
[zu Rabbi] der, -s/-, seit dem Hochmittelalter Funktionsbezeichnung für Gelehrte im (seit dem Spätmittelalter besoldeten) Dienst einer jüdischen Gemeinde als Richter (hebräisch »Dajjan«), gesetzlich-religiöse und moralische Autorität; in den heutigen jüdischen Gemeinden besonders mit den Aufgaben des Religionslehrers, Predigers, Seelsorgers und Gutachters in religionsgesetzlichen Fragen. Andere Bezeichnungen waren Morenu, Chaber (Kollege) sowie in sefardischen Gemeinden »Chakam« (»Weiser«). Traditionell erfolgte die Rabbinerausbildung in der Jeschiwa. Seit der Aufklärung und Emanzipation wurde sie ergänzt durch zusätzliche akademische Studien oder abgelöst durch Rabbinerseminare, differenziert nach den Richtungen im modernen Judentum (orthodox, konservativ, reformjüdisch). In Spätmittelalter und Neuzeit kamen - teilweise obrigkeitlich verfügt - hierarch. Titelfolgen auf (z. B. regionale Landesrabbiner), im 19./20. Jahrhundert Funktions- und Titeldifferenzierungen (z. B. Oberrabbiner) in großen Gemeinden. In Palästina/Israel gibt es das in osmanischer Zeit (1841) geschaffene Amt eines »Hauptrabbiners im Lande Israel« der sefardischen Gemeinden (Titel »Rishon le-Zion«, »Erster Zions«) sowie seit 1920 auch das eines aschkenasischen Hauptrabbiners, heute die beiden Oberhäupter des Oberrabbinats im Staat Israel. Oberrabbinat und Militärrabbinat bilden in Israel ein orthodoxes Monopol. - Zur ersten Rabbinerin der Welt wurde 1937 in der »Jüdischen Gemeinde zu Berlin« die akademische Religionslehrerin Regina Jonas (* 1902, ✝ [ermordet in Auschwitz] 1944) ordiniert. Die erste orthodoxe Rabbinerin der Welt ist die in Deutschland und Israel lehrende Professorin für Judaistik Eveline Goodman-Thau (* 1934 in Wien), ordiniert am 18. Oktober 2000 in Jerusalem.
 

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Rab|bi|ner, der; -s, - [mlat. rabbinus, zu kirchenlat. rabbi, ↑Rabbi]: jüdischer Schriftgelehrter, Religionslehrer.

Universal-Lexikon. 2012.

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